Die Doktormacher Mafia

von Erich Schütz erschienen im Verlag "Die Redaktion"


Die neuen Bücher

von Erich Schütz


Neu erschienen: Die Linzgauer

Ein nonsensisches Bilderbuch


Judengold

von Erich Schütz im Gmeiner Verlag


66 Bodensee-Orte und 11 Bodensee-Köche, die Sie besucht haben müssen!

von Erich Schütz im Gmeiner Verlag


Die kleine Erbse Ganzallein

oder "Wie die Minestrone in den Bodensee kam"


BoBru

Neu im Buchladen


„Bombenbrut“


Leon ermittelt bei den “Linzgau-Köchen“

Auch im 3. Bodenseekrimi setzt Erich Schütz einigen „Linzgau-Köchen“ ein Denkmal
In erster Linie geht es um die Welt der Geheimdienste, Waffenschieberei und die Rüstungsindustrie am Bodensee. Doch wo Schatten ist, ist auch Licht, und es wäre kein Krimi von Erich Schütz, ging es bei all den kriminellen Machenschaften nicht auch um Genuss und Schlemmerei am Bodensee.

Peter Vögele setzte er in seinem ersten Krimi „Doktormacher-Mafia“ ein Denkmal, in „Judengold“ Isolde Pfaff, und nun in seinem neuen Kriminalroman „Bombenbrut“ Thomas Heinzler und Markus Gruler. Dabei beginnt alles ganz harmlos auf der Terrasse der Heinzler Brüder:
„Leon sitzt in Immenstaad auf der Terrasse des Hotel Heinzler, direkt am See. Er genießt den typischen Seewein, einen Spätburgunder Rosé trocken aus dem Keller von Manfred Aufricht. Michael Heinzler, der stets gut gelaunte Frontman, setzt sich gerade zu ihm, um mit Leon einen Schluck des Aufricht-Weins zu genießen. Leon schiebt die Gräten seiner Seeforelle zur Seite, will sich gerade entspannt zurücklehnen, um mit Michael anzustoßen, da sieht er plötzlich einen Feuerball über dem See aufsteigen. Ungläubig stiert er zu der Stelle, woraufhin sich auch Michael umdreht.
»Zaptiloscht«, stößt dieser erstaunt hervor, »was isch denn des? Da hat dein Kameramann ja was zu drehen«, lacht er.
Simon Class hat es schon zuvor nicht mehr am Tisch ausgehalten. Über dem See hat sich ein meteorologisches Schauspiel angekündigt. Er ist aufgesprungen, hat sich die Kamera geschnappt und ist zum Ufer auf den Steg gegangen. Gerade schien das Wasser hellblau, dann dunkelgrün, jetzt wabert es rabenschwarz, wie in einem überdimensionierten Tintenfass. Starker Wind kommt auf, einzelne Böen jagen über den See zum Ufer.
Doch das Interesse am Wetterschauspiel findet für Leon und Simon ein jähes Ende. Dieser Feuerball, was war das? Die beiden sind wie elektrisiert. Leon läuft schnell zu seinem
Kameramann auf den Steg. Er muss seinen Oberkörper weit nach vorn beugen, um gegen die starken Böen anzukommen.
Neben Simon stehend, ruft er diesem laut ins Ohr: »Hast du das gesehen?«
»Ich war direkt drauf, ich habe die ganze Zeit auf das Boot da draußen gehalten, es hatte noch die letzten Sonnenstrahlen mitten auf dem rundum dunklen Wasser. Gigantisch, plötzlich diese Explosion«, brüllt er, von seinen Bildern begeistert, zurück.
»Explosion?«, schreit Leon, »meinst du, das war eine Explosion?«
»Ha, was denn sonscht? Wenn ein Schiff vor deinem Objektiv plötzlich – mir nichts, dir nichts – in die Luft fliegt! Das muscht du dir nachher ansehen.«

Vom „Heinzler“ zur „Seehalde“

Nach der Seeforelle im „Heinzler“ kehrt Leon Dold ein paar Tage später bei Markus Gruler ein. Er möchte nur eine Kleinigkeit essen. „Grad recht“, denkt wohl der Küchenchef der „Seehalde“ und verunsichert seinen Freund auf seine Weise:
»Schau mal deinen Bauch an, du bekommst heute einen Kopfsalat, mehr nicht!« Der Koch zwinkert Leon zu, lacht ironisch und verspricht hinterhältig: »Das passt schon, das ist was für dich.«
Leon nickt irritiert. Er wiegt 85 Kilo, misst aber fast 1,90 Meter. Doch jetzt streicht er sich unsicher über seinen kleinen Bauchansatz und denkt trotzig: Soll er doch servieren, was er will, von mir aus auch einen Kopfsalat, vielleicht ist es für meine Figur tatsächlich besser. »Mach, was du willst«, ergibt er sich, »ich spring derweil in den See.« Er weiß, er nutzt ein besonderes Privileg, der Steg ist normalerweise nur für Hausgäste, dafür muss er sich den Spott des Kochs eben gefallen lassen.
Um den See an solch heißen Tagen genießen zu können, braucht es keine edle Segeljacht oder gar ein teures Motorboot, denkt Leon. Einfach in das große, natürliche Seebecken springen, den Kopf untertauchen und das erfrischende Wasser genießen! Langsam krault er wieder an den Steg der ›Seehalde‹ zurück.
Thomas Gruler, der Bruder des Kochs, hat ihm ein Schattenplätzchen auf der Terrasse reserviert und eine Flasche selbst ausgebauten Müller-Thurgau auf den Tisch gestellt. »Na also, wenigstens einen guten Wein«, lacht Thomas, »wenn mein Bruder dich schon mit einem Kopfsalat abspeist. Voilà.« Dabei stellt er eine Platte auf den Tisch, die zwar am Rande tatsächlich mit einigen Kopfsalatherzen drapiert ist, in der Mitte aber mit duftenden Fleischteilen lockt.
»Hm, warum Kopfsalat?«, rätselt Leon, »ein Vegetarier wäre enttäuscht.«
»Ist aber ein reiner Kopfsalat!«, beharrt Thomas auf die Ankündigung seines Bruders und zählt ihm auf: »Im Uhrzeigersinn: geräuchertes Schweinsbäckle, Lammzüngle, Ochsenmaul und Hahnenkamm. Ein wahrer Kopfsalat, oder?«